Hochbeet-Pflege: Depressive Hochbeete wiederbeleben

Jedes Jahr freue ich mich darauf, den Garten nach dem Winter wieder frühlingsfit zu machen. Heute ist die Hochbeet-Pflege dran. So mitgenommen sie auch aussehen: Mit neuer Noppenfolie und frischer Erde sind sie ruck-zuck wieder einsatzbereit. Und halten sogar eine Überraschung für mich bereit.

Ich glaube, unsere Hochbeete sind traurig – zumindest sehen sie so aus. Ist aber keine rein hochbeetische Eigenschaft, immerhin werden wir nach einem langen, kalten Winter auch häufig mit tristen menschlichen Erscheinungsbildern konfrontiert. Meine Tochter sagt, dazu muss sie nur einen Blick in den Spiegel werfen. Was hilft? Den Menschen: Frische Luft. Den Beeten: Frische Erde. Ein Glück, dass man beides gut kombinieren kann.

Eine Hochbeet-Wiederbelebung ist keine Hexerei. Was aktuell noch anmutet, wie ein der Winterdepression anheimgefallenes Erdloch, kann schon mit zwei einfachen Maßnahmen für neue Anbau-Projekte revitalisiert werden: Einer Ergänzung der Noppenfolie und einer Auffüllung der Erde. Denn beide sind über den Winter zu Opfern der Erdanziehung geworden und ein gutes Stück nach unten gerutscht.

Hochbeet-Pflege: Noppenfolie als Fäulnis-Schutz.

Mein erster Weg führt mich also in den Baumarkt meines Vertrauens, um neue Noppenfolie zu erstehen. Diese verwende ich in den Hochbeeten, um zu verhindern, dass sich Feuchtigkeit staut und das Material des Hochbeetes angreift. Das ist insbesondere bei Beeten aus Holz oder Stein wichtig. Unsere Hochbeete sind zwar aus Corten-Stahl, aber auch hier soll keine Fäulnis zwischen Beet und Befüllung entstehen. Daher habe ich sie mit Noppenfolie ausgelegt. Die nennt man auch Drainage-Folie, man montiert sie mit der genoppten Seite nach außen (Richtung Beet) und sie sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser abgeleitet wird. Wichtig ist, dass man eine Folie ohne Schadstoffe wie PVC verwendet. Denn diese würden in die Erde gelangen und das angebaute Gemüse in Mitleidenschaft ziehen.

Frische Erde aus dem eigenen Kompost.

Nachdem ich die neue Noppenfolie in die Beete gewurschtelt habe, sind diese bereit für Schritt zwei des Hochbeet-Pflege-Programms: Auffüllung mit neuer Erde. Die muss ich zum Glück nicht aus dem Baumarkt holen, denn wir haben wieder eigene, sehr gute Komposterde. Davon brauche ich zunächst etwa 1000 Kilogramm grobe und 500 Kilogramm feine Erde, die ich zum Glück nicht selber anschleppen muss, denn mein Mann liefert sie mit dem Traktor. Leider befinden sich in der frischen Komposterde immer wieder Schädlinge – ich picke sie raus (denn mein Gemüse möchte ich nicht von ihnen anknabbern lassen), sie stellen sich dankenswerterweise noch für ein Fotoshooting zur Verfügung und werden dann zum Festmahl für die Hühner. Bevor ich neues Gemüse anbauen kann, fehlt nur noch eine oberste Schicht feiner Erde, die ich selbst aus der Komposterde siebe. Nachdem ich hierfür jahrelang händisch kiloweise Erde durch ein Durchschlaggitter geschaufelt habe, haben wir uns vor zwei Jahren eine Maschine angeschafft, die den Siebevorgang erheblich erleichtert.

So schnell sind die Hochbeete also wiederbelebt – und als Belohnung haben sie mir sogar ein paar Karotten vom Vorjahr aufgehoben, die noch erstaunlich knackig aussehen. Nachdem ich sie gewaschen und mit der Gemüsebürste geschrubbt habe, koste ich: Sie schmecken wirklich noch gut. Und bald werden hier auch wieder frische Karotten, Salat, Sellerie, Mangold, Chili, Paradeiser, Fisolen und Paprika sprießen.

Wie ihr eigene Komposterde herstellt, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Wie macht ihr eure Hochbeete frühlingsfit? Schreibt es uns gern in die Kommentare 🙂

 

2 comments Add yours
  1. Hallo ihr zwei!
    Ich hab eine Frage, durch dieses Sieb, bekommt ihr da auch Engerlinge raus aus der Erde?
    Diese kleinen Fieslinge fressen bei mir immer wieder mal die Pflanzen an…
    Liebe Grüße Astrid

    1. Liebe Astrid! Das Sieb hält die Engerlinge leider nicht auf, aber man findet sie durch das Sieben deutlich leichter – das händische Herauspicken der kleinen Fieslinge bleibt leider trotzdem nicht erspart 🙁

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