Nachthemd nähen mal zwei, oder: Ein Nachthemd für alle

Ich habe heute zwei Nachthemden genäht, eines für die kleine, eines für die große Enkeltochter. Dass dabei einiges nicht so ganz glatt gelaufen ist, erkennt man daran, dass das Nachthemd für die 5-Jährige auch meiner erwachsenen Tochter passt. Irgendwie ja praktisch. Nachthemd nähen: Hier ist mein Bericht.

Nachthemd nähen: Ein Raglankleid zum Schlafen.

„Zieh‘ dir doch bitte zum Schlafen ein Nachthemd an“, sage ich zur zweitgeborenen Enkeltochter, die mit jenem Kleid ins Bett gehen will, in dem sie sich den ganzen Tag durch Sand, Erde und Gras gewühlt hat. „Hab kein Nachthemd!“, kommt prompt die Antwort der Zweijährigen. „Dann zieh‘ dir halt deinen Pyjama an“, sage ich. „Will aber ein Kleid“, sagt die Enkelin und zieht die Mundwinkel nach unten. Wenn das kein Auftrag zum Nähen ist.

Am Ende des Abends ist die Enkeltochter, wenn auch nicht in einem Nachthemd, so immerhin in einem halbwegs sauberen Kleidchen im Bett. Und ich habe etwas Zeit, ihr für morgen Abend ein Nachthemd zu nähen. Der Sternchenstoff, den ich dazu verwende, ist aus der Stoffgreisslerei. Das beste: Die Sternchen leuchten im Dunkeln. Da ich auf die Schnelle kein Schnittmuster für ein Nachthemd finde, nähe ich ein Raglankleid daraus. Darin bin ich ja geübt. Und außerdem überzeugt davon, dass man darin auch gut schlafen kann. Das Schnittmuster kommt aus dem lillestoff-Buch „Meine Lieblingskleider“, und wenn ihr hier klickt, findet ihr meinen ersten Raglankleid-Nähbericht.

Am nächsten Morgen zeigt sich die zweitgeborene Enkeltochter mit dem Ergebnis äußerst zufrieden, und zieht ihr neues Nachthemd flugs an. Um sich damit draußen durch Sand, Erde und Wiese zu wühlen. Ein Teufelskreis.

Ein Nachthemd, das allen passt.

Die erstgeborene Enkeltochter ist entrüstet, dass ich nicht die zweite Nachthälfte damit verbracht habe, auch für sie ein Nachthemd zu nähen. Sie zieht einen rosafarbenen Stoff aus meinem Regal und bringt ihn mir mit den Worten: „Oma, nähst du mir bitte daraus jetzt auch ein Nachthemd?“ Na gut, sie hat ja „bitte“ gesagt.

Diesmal suche ich mir auch einen richtigen Nachthemd-Schnitt, und entscheide mich für einen von Burda Style, den ich mir online herunterlade. In Größe 116. Nicht ganz die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellt. Nachdem ich die Schnitte zusammengeklebt und ausgeschnitten habe, kommt es mir schon etwas groß vor. Ich beschließe also, das Nachthemd etwas zu kürzen, nähe aber ansonsten unbeirrt drauflos. Der untere Teil des Kleides wird vorne und hinten ein bisschen gezogen, dann an die obere Passe angesteckt und zusammengenäht. Den Halsausschnitt mache ich wieder mit Bündchenstoff, die Ärmel und die Länge nähe ich diesmal mit Rollsaum.

Dann ist das Nachthemd fertig. Und als die Enkeltochter es anzieht, verschwindet sie fast darin. Was sie überhaupt nicht stört, im Gegenteil: „Das ist so gemütlich!“, jubelt sie. Jedenfalls sorgt das Schlafgewand bei uns für viel Gelächter – denn auch meine erwachsene Tochter passt problemlos hinein. Vielleicht darf sie es sich ja mal ausborgen.

Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Nähprojekt? In unserer Kategorie Handgemacht findet ihr alles, was ich so in letzter Zeit genäht habe – und meine Berichte dazu. Zum Beispiel:

Kinder-Raglankleid nähen: Ein Erfahrungsbericht

Kindertütüs nähen: Zweimal Tüll zum Toben

Kinder-Skaterkleid nähen: Halsausschnitt- und Saumtipps

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