Gänseblümchen verwenden: Tinktur, Gesichtswasser und Tee

Gänseblümchen, Tausendschön oder Maßliebchen: Das hübsche Blümchen ziert bei uns fast das ganze Jahr über die Wiesen. Höchste Zeit, was daraus zu machen. Wir sehen uns an, wie wir das Gänseblümchen verwenden können; und haben drei einfache Ideen für euch.

Ein Blick ins schlaue Kräuterlexikon verrät: Das Gänseblümchen sieht nicht nur hübsch aus, es hat auch in Sachen innere Werte durchaus was zu bieten. Seit dem Mittelalter kommt es als Heilkraut zum Einsatz: Bei Wunden, Quetschungen und Verstauchungen; aber auch bei Husten, Menstruationsschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit; und – weil das noch nicht genug ist – bei Hautproblemen wie Akne oder Rosazea.

Wir betrachten das meiste davon wie so oft nach dem Motto: Nutzt’s nicht, schadet’s nicht – und probieren einfach mal aus, wie man das Gänseblümchen verwenden kann.

Ein Gedanke am Rande: Gänseblümchen „ernten“ lohnt sich ja allein schon deshalb, weil die Blüten als Wildkräuter richtig gut schmecken: Im Blattsalat, in einem Kräuteraufstrich oder einfach auf ein Butterbrot gestreut. Rezepte gibt’s dann in einem eigenen Beitrag 🙂

Gänseblümchen auf Wiese

Gänseblümchen verwenden: Entzündungshemmende Tinktur

 Als erstes werden wir eine Gänseblümchentinktur herstellen. Dafür braucht man ein dunkles Glas mit Schraubverschluss (wir haben die Tinktur für die Fotos in helle Gläser gefüllt, damit ihr sie besser sehen könnt). Außerdem zweierlei Dinge, die schnell zur Hand sind:

  • 200 Gramm frische Blütenköpfe von Gänseblümchen
  • 200 ml mindestens 40-prozentigen Alkohol (Kornbrand oder Weingeist)

Zutaten für Gänseblümchen-Tinktur

  1. Gebt die Blütenköpfe der Gänseblümchen in das dunkle Glas und übergießt sie mit dem Alkohol.
  2. Verschließt das Glas, schüttelt es gut durch und lasst es vier Wochen lang an einem warmen, sonnigen Ort stehen.
  3. Besucht das Glas zweimal am Tag, um es gut durchzuschütteln.
  4. Seiht nach einem Monat die Gänseblümchen ab und füllt die fertige Tinktur in eine kleine Sprühflasche.

Gänseblümchen im Glas

Wie wir die Tinktur anwenden? Ein paar Spritzer auf ein Watte- oder Recyclingpad (hier lest ihr, wie ihr diese selbst machen könnt) – und schon können die „Problemzonen“ eingerieben werden. Die Gänseblümchentinktur soll entzündungshemmend wirken. Und schenkt man den Kräuterlexika glauben, wirkt sie Wunder bei unreiner Haut und Ausschlägen; kann aber auch bei Verspannungen, Verrenkungen oder Quetschungen eingesetzt werden. (Bitte konsultiert bei solchen Beschwerden nicht nur das Kräuterlexikon, sondern unbedingt auch einen Arzt.)

Gänseblümchen-Gesichtswasser

Gänseblümchen-Tinktur und Sprühflasche

Alkohol ist übrigens ein wesentlicher Bestandteil in den meisten Tinkturen. Er dient dazu, die Inhaltsstoffe der beigegebenen Pflanzen lange haltbar zu machen – die Tinktur kann sich dann durchaus ein paar Jahre halten. Wer trotzdem auf den Alkohol verzichten möchte, kann stattdessen zum Beispiel Apfelessig verwenden. Das würden wir auf jeden Fall raten, wenn die Tinktur auch für Kinder verwendet werden soll, oder ihr recht empfindliche, trockene Haut habt. Die Gänseblümchentinktur mit Essig sollte dann aber recht schnell aufgebraucht werden (dabei könnt ihr euch nach dem Haltbarkeitsdatum des Essigs richten).

Eine Alternative für ganz empfindliche Haut ist ein

Mildes Gänseblümchen-Gesichtswasser

 Dafür braucht ihr nichts weiter als

  • 200 ml Wasser
  • 4 – 5 Handvoll Blüten von Gänseblümchen
  1. Bringt das Wasser zum Kochen.
  2. Übergießt die Gänseblümchen-Blüten mit dem siedend heißen Wasser und lasst das Blüten-Wasser-Gemisch eine Stunde lang ziehen.
  3. Seiht die Blüten ab und füllt das Gesichtswasser in ein Fläschchen.

Weil Gänseblümchen antibakteriell wirken, hilft das Gesichtswasser gegen Akne. Und auch bei Rosazea, Ausschlägen und Insektenstichen kann es wohltun. Lagern solltet ihr das Gänseblümchen-Wässerchen im Kühlschrank. Ihr könnt es aber auch einfrieren – am besten portioniert in Eiswürfelformen – und bei Bedarf ein Würfelchen auftauen und übers Gesicht reiben. Das sorgt dann auf jeden Fall für Erfrischung.

Gänseblümchen

Tee aus Gänseblümchen-Blüten

 Zum Schluss kochen wir aus den Blüten des Gänseblümchens einen Tee. Der fördert angeblich die Verdauung, den Appetit und den Stoffwechsel; ist harntreibend; hilft aber auch bei Husten und Schnupfen. Und: In der Herstellung ist der Tee dem Gesichtswasser recht ähnlich. Ihr braucht:

  • 2 TL frische Gänseblümchen-Blüten
  • 250 ml Wasser

Wie man einen Tee zubereitet, müssen wir wahrscheinlich nicht erklären (tun es aber trotzdem):

  • Wasser zum Kochen bringen.
  • Blüten in ein Teenetz oder direkt in eine Tasse geben. Mit sprudelnd-kochendem Wasser übergießen.
  • 15 Minuten ziehen lassen, danach das Teenetz entfernen oder die Blüten abseihen.

Im Gänseblümchen stecken übrigens auch viele Vitamine: A, B und C zum Beispiel. Und außerdem Eisen, Kalium, Magnesium und Kalzium. Das kann auch im Tee nicht schaden.

Gänseblümchen-Tee

So einfach lassen sich Gänseblümchen verwenden – auf drei verschiedene Arten. Vielleicht machen wir uns demnächst an ein paar Gänseblümchen-Rezeptideen. Wie verwendet ihr denn Gänseblümchen? Schreibt’s uns doch in die Kommentare!

Auch dem Löwenzahn ging es kürzlich an den Kragen: Wie wir daraus Oxymel gemacht haben, lest ihr hier: Oxymel selber machen: Rezept für heilenden Sauerhonig

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